Die Positionierung hat mich gefunden – Cordula Maudrich

Interview mit Cordula Maudrich, Gründerin von happy kids interior

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Verena Voges: Hallo Cordula, schön, dass du heute da bist und ein bisschen über dein tolles Business erzählen magst und wie du Marketing und Positionierung betreibst, beziehungsweise was das alles für dich bedeutet.
 
Cordula Maudrich: Hallo, ich freue mich sehr da zu sein.

Erzähl uns doch mal, wie ist deine Positionierung?

C: Ich bin Cordula, ich bin Expertin für die Gestaltung von Kinderzimmern. Das heißt, ich unterstütze Eltern und ihre Kinder natürlich dabei, ein Kinderzimmer zu gestalten, das individuell zu ihnen passt, mit ganz viel Persönlichkeit. Das mitwachsend ist und einfach die Anforderungen erfüllt, die die Eltern und Kinder konkret haben an das Zimmer und selber aber vielleicht einfach nicht weiterkommen.

Was bedeutet denn Positionierung für dich?

C: Positionierung bedeutet, nicht zu allem ‘ja’ zu sagen, sondern wirklich die Nische zu haben, die ich mir eben ausgewählt habe und auch dabei zu bleiben. Ich finde die Versuchung ist ja manchmal groß und da wird man links und rechts gefragt, ‘machst du auch das? Und machst du auch das? Bist du dir nicht sicher, dass du vielleicht noch das und das anbieten möchtest’. Aber dann wirklich klar zu sagen, nein, das ist meine Expertise. Das ist meine Nische, meine Positionierung und bei der bleibe ich auch und da bin ich Expertin.

Wie bist du denn auf deine Positionierung gekommen? Auf dein Spezialthema, das du jetzt bedienst?

C: Eigentlich, ehrlich gesagt, hat das Thema mich gefunden irgendwie. Da kamen verschiedene Dinge zusammen damals. Wir sind in unser Haus gezogen und das bedeutete eben zwei Kinderzimmer einzurichten und in dem Prozess habe ich gemerkt, wie schwierig das ist. Wie riesengroß der Markt ist, wie viele Optionen es da gibt, wie viele Anbieter, was für Preisunterschiede. Und dass ja auch verschiedene Interessen in so einem Kinderzimmer zusammenkommen, die ja auch irgendwie abgebildet werden müssen. Schlafen und Spielen und ganz viel Aufbewahren und vielleicht noch Lernen und Kuscheln. Und ja, dass das eine Herausforderung ist. Und parallel tatsächlich, habe ich damals eine Weiterbildung gemacht im Bereich Raumgestaltung, Innenarchitektur. Eigentlich nur für mich, weil ich Bock drauf hatte, damals in der Elternzeit. Und dann kam als drittes noch der Faktor dazu, dass mein damaliges Unternehmen den Standort geschlossen hat, an dem ich gearbeitet habe, sodass auf einmal ganz viele Dinge in Bewegung gekommen sind. Und irgendwie, ich kann es dir gar nicht sagen, war auf einmal diese Idee in meinem Kopf. Kinderzimmer einrichten. Das war so meins. Das kam dann so, irgendwann mal, als kleines Lämpchen in meinem Kopf und ist irgendwie nicht mehr gegangen. Ich hab einfach gemerkt, wie viel Freude mir das macht. Und durch die Weiterbildung, wie viel ich da lerne und wie viel Kraft und Power und Spaß mir das einfach zurückgibt. Von da aus habe ich dann die Idee weiterentwickelt. Und jetzt mache ich genau das. Ich kann es gar nicht genau sagen. Es ist nicht so, dass ich aktiv auf die Suche gegangen wäre. Das Thema hat mich gefunden. Es sollte, glaub ich, so sein.

V: Sehr schön. So ist das ja ganz oft.

C: Ja, das stimmt.

V: Da kommt irgendwie eins zum anderen zusammen.

C: Ja, das war keine strategische Suche. Das war ein Geistesblitz oder wie auch immer man das nennen möchte.

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V: Ja, das ist sehr schön. Auf dem Weg dahin, auf dem dir diese Grundidee vielleicht klar war, bist du da irgendwelchen Hürden begegnet? Von der ersten Idee, das ist ja das eine, aber dann wirklich das alles klar zu kriegen, ist ja dann nochmal was anderes.

Welchen Problemen bist du auf dem Weg zur Positionierung begegnet? Oder welchen Hürden sahst du dich gegenüber?

C: Ich hab natürlich zuerst mal ein bisschen recherchiert, gibt es das überhaupt schon? Wie kann ich das angehen? Was gibt der Markt so her? Man hat ja dann erste Ideen. Und natürlich hab ich mich gefragt, okay, das scheint eine Nische zu sein, da ist nicht besonders viel in Bewegung. Da bin ich relativ allein auf weiter Flur. Warum ist denn das so? Das kann man sich auch erst mal fragen. Warum die Nische nicht schon besetzt ist, viele andere sind das ja. War das eine Hürde? Ja, irgendwie schon. Weil ich natürlich erstmal für mich entwickeln musste, ob das überhaupt eine Businessidee ist, die fundiert genug ist, die genug Potenzial hat. Ob es nicht doch besser ist, sich breiter aufzustellen. Die Fragen sind natürlich da gekommen, ich bin schon eher nicht so spontan, so nach dem Motto, ich mach das jetzt einfach. Mir doch egal. Sondern ich guck schon, hat das Potenzial und wie fange ich das am besten an. Und natürlich sind da solche Grundsatzfragen gekommen. Es hat sich dann immer weiter rauskristallisiert, ich habe auch Umfragen gemacht, dass das Potenzial durchaus da ist und dass es offensichtlich eine noch nicht so besetzte Nische ist, und dann habe ich mich getraut. Aber der Weg dahin war schon erstmal mit Fragezeichen gekennzeichnet. Die ich für mich persönlich erstmal ausräumen musste, soweit das irgendwie geht. Hundertprozentige Sicherheit hat man ja fast nie.

V: Nee, das stimmt. Das ist ein Kennzeichen vom Unternehmerdasein. Du hast das gerade schon angesprochen, das wäre meine nächste Frage.

Hast du Angst oder hattest du Angst, dass du zu eng aufgestellt bist?

C: Naja, jain. Also klar, ich habe ja gerade schon gesagt, hinterfragt habe ich das immer. Und tue es auch heute immer nochmal. Immer dieses Reflektieren, ist das noch der richtige Weg, ist das in Ordnung so. Aber nein, wirklich Angst hatte ich nicht. Ich bin schon sehr glücklich und zufrieden in meiner Nische. Und natürlich werde ich auch hier und da mal gefragt, ‘ach machst du auch dies und machst du auch das?’ Und für gute Bekannte mache ich das auch manchmal. Aber meine Positionierung, mit der ich rausgehe und in der ich wirklich auch Expertin bin, die bleibt und von der bin ich auch nach wie vor überzeugt. Weil es einfach viele gibt, die alles machen, und ich bin kein Vollsortimenter, da gibt es einfach genug. Da muss ich nicht auch noch rein und das merke ich auch, dass es gut so ist. Denn in dem, was ich mache, bin ich ja Expertin und, ich glaube, das kann ich auch besser als die anderen, die alles anbieten. Das wird mir immer klarer je länger ich das mache. Und deswegen, und um auf deine Frage nochmal ganz kurz zu antworten, ne, ich bin da ganz zufrieden in meiner Nische und glaube auch, dass die genau richtig ist.

Wo siehst du denn die größten Vorteile von so einer klaren Positionierung?

C: Dass ich nicht auf allen Hochzeiten tanzen muss. Durch eine Positionierung schließt man natürlich auch viele Kooperationspartner aus oder Werbemöglichkeiten aber, man passt halt auf andere Optionen besonders gut. Und das finde ich einen super Vorteil, wenn man mit möglichen Kooperationspartnern ins Gespräch geht. Wenn man irgendwo Marketing betreiben möchte. Ich kann das halt sehr sehr spezifisch machen und hab da eben, auch wenn ich andere Dinge ausschließe, bei anderen Partnern oder auf anderen Plattformen, passt es eben umso besser. Und ich glaube, das ist ein Riesen Vorteil, denn die Marketing Welt ist riesig. Es gibt so so wahnsinnig viele Optionen und da ist man ja auch schnell verloren. Und einfach zu wissen, wer ist meine Zielgruppe, und für wen mache ich das und wer bietet sich da vielleicht auch als Werbepartner an, oder als Kooperationspartner, finde ich ganz ganz wertvoll. Denn so bleibe ich fokussiert und verliere mich nicht in diesem Dschungel, den es da gibt. Das ist echt ein großer Vorteil.

Hast du da einen bestimmten Prozess oder ist das so ein Bauchgefühl, dass du ab und zu mal reflektierst oder überprüfst, ob deine Positionierung so noch stimmig ist für dich?

C: Ja, ein Prozess wäre natürlich super. Nee, habe ich nicht tatsächlich.

V: Das ist eher so eine Bauchgeschichte?!

C: Das ist eine Bauchgeschichte. Ich spreche mit Kunden oder mit potenziellen Kunden, ich krieg von denen reflektiert, was hat gut geklappt, was wünschen sie sich vielleicht noch mehr. Was hätten sie vielleicht nicht gebraucht. Auch von den Interessenten, die dann vielleicht nicht buchen, das ist ja auch wertvoll, warum buchen die nicht? Und das sammelt sich. Und ich hab schon gemerkt, alle paar Monate oder so, ja, mache ich dann mal eine größere Aktion, mache ich vielleicht mal eine Umfrage. Gucke eben wo, wo kann ich mein Angebot vielleicht noch anpassen. Wo ist vielleicht noch eine Zielgruppe, die vielleicht noch unerschlossen ist. Vielleicht kann ich denen auch noch was Anderes anbieten. Also es ist tatsächlich ein Prozess, der irgendwie immer läuft. Und ab und zu dann mal etwas intensiver ist, wenn ich das Gefühl habe, da ist irgendwo vielleicht Potenzial, was ich noch nicht abgreife oder ich merke, da läuft’s noch nicht rund. Und dann versuche ich das für mich anzupassen. Das ist ein Prozess und je mehr Feedback man bekommt, desto besser kann ich mich da anpassen. Oder neu justieren.

Mit welchen Menschen arbeitest du denn am liebsten zusammen?

C: Meinst du Kunden?

V: Ja, Kunden aber natürlich auch Kooperationspartner. Also welcher Schlag Mensch liegt dir so? Ich meine jetzt nicht, Alters- oder diese klassische Zielgruppenbeschreibungen, sondern wenn du jetzt so deinen Lieblingsmenschen als Kunde oder Kundin beschreibst. Wie sieht der aus?

C: Also tatsächlich die meisten Kunden, mit denen ich arbeite, sind super. Die sind offen für Ideen, die haben selber Ideen, das finde ich ganz toll, wenn man selber für so ein Thema brennt und Lust hat da was zu machen. Aber auch bereit ist meine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Oder auch selber Ideen hat, sich mit einbringt und nicht sagt, ‘äh, keine Ahnung, ich weiß nicht, mach mal’, sondern die selber Lust haben, da was zusammen zu entwickeln. Denn am Ende wohne nicht ich in dem Zimmer, sondern deren Kinder und sie selber verbringen da auch viel Zeit. Das heißt, wenn das so ein gemeinsamer Prozess ist, das mag ich sehr gerne. Wenn die proaktiv sind, auch Lust haben da was zu machen und natürlich Kunden, die eine Dienstleistung zu schätzen wissen, wobei ich glaube, dass auch nur die zu mir finden. Aber das macht richtig Spaß, wenn das ein gemeinsamer Prozess ist und am Ende alle happy sind. Und bei Kooperationspartnern ist das eigentlich ähnlich. Menschen, die Lust haben etwas zu bewegen, Menschen, die Lust haben was Neues zu erschaffen. Sich nicht auf dem ausruhen, was sie so haben, sondern Bock haben was Neues zu gestalten. Aber ich glaube, das ist sowieso, wenn man mit anderen Unternehmern oder Unternehmerinnen zusammenarbeitet, ist das, glaube ich, sowieso ein Grundsetting, das die alle haben.

Woher weißt du denn, was du im Marketing machen sollst?

C: Wenn ich das hundertprozentig wüsste, dann wäre ich glaube ich sehr glücklich. Hundertprozentig weiß ich das natürlich nicht. Wir haben ja auch schon zusammengearbeitet. Weil ich mal gesagt habe, ich brauche einen Blick von außen, einen frischen Blick. Ich habe meine Scheuklappen zu sehr auf. Das hilft mir auch immer sehr, von außen jemanden reinzuholen, um nochmal zu schauen, ob ich das Ganze richtig aufgestellt habe. Ansonsten weiß ich relativ gut, wer meine Zielgruppe ist und schaue dann, wo ist die Zielgruppe unterwegs, was machen die. An welchen Stellen beschäftigen die sich mit dem Thema Kinderzimmergestaltung und da versuche ich natürlich dann anzusetzen. Das ist manchmal auch ein Ausprobieren, was funktioniert, was funktioniert nicht. Ich habe natürlich auch schon Dinge gemacht, die nicht funktioniert haben. Wobei das im Marketing ja auch immer schwierig ist, weil das gerade auf das Geschäft, was ich habe, das Business, da gibt’s verschiedene Kontaktpunkte, wo die Leute sind, und deswegen ist es schwierig zu sagen, das funktioniert und das funktioniert nicht. Es ist ein Ausprobieren, mittlerweile habe ich ein paar Kanäle identifiziert, die gut für mich funktionieren. Aber ich würde nie sagen, dass ich schon hundertprozentig weiß. Wenn mir irgendwas unterkommt, wo ich das Gefühl habe, das könnte interessant sein, und es ist finanziell machbar, dann probiere ich es aus. Und werte dann aus, ja hat es geklappt oder eben nicht.

V: Ja, das ist ja ein ganz wichtiger Punkt. Dieses auswerten. Also hundert Prozent sicher gibt’s nur in ganz wenigen Marketingmaßnahmen, kann man das wirklich zu hundert Prozent tracken. Was hat das gebracht, wie viel Umsatz hat es gebracht oder wie viele Neukunden, aber sonst ist es tatsächlich ein Ausprobieren. Und du meintest, es hängt von der Zielgruppe ab. Das, finde ich, ist auch immer ein ganz wichtiger Punkt. Aber natürlich auch von einem selber. Selbst wenn die Zielgruppe sich auf Kanal X rumtreibt, mir persönlich aber dieser Kanal X gar nicht liegt, dann wird das auch nie richtig erfolgreich. Deswegen finde ich, sind immer diese zwei Punkte mit dabei. Das muss zu einem selber passen.

C: Ja, ich glaube, mit TikTok würde ich jetzt auch nie Freund werden. Das ist, glaube ich, nicht meins, aber der Großteil meiner Zielgruppe ist da Gott sei Dank auch nicht. Aber da hast du natürlich Recht. Das muss einem Spaß machen und liegen.

V: Genau, dann kommt es wirklich auch gut rüber und ja, bleibt man auch bei der Stange, langfristig.

Was ist denn deine Lieblings Marketingaktivität?

C: Das kann ich so gar nicht ganz genau sagen. Ich komme ja ursprünglich auch mal aus dem Marketing. Damals, als es noch kein Instagram und Co gab. Deshalb liegt mir das Thema an sich schon sehr. Ich mag die Abwechslung, ich habe auch einen Blog, ich schreibe auch sehr gerne. Das macht mir auch Spaß, wenn ich da so im Flow drin bin. Ich mag auch Pinterest sehr sehr gerne, weil das auch gut für mich funktioniert und weil ich schöne Bilder mag. Ich kann es gar nicht so genau sagen. Auch Instagram, auch wenn mir das hier und da mal schwerer fällt, hat einen totalen Reiz, weil man eben näher in Kontakt kommt mit der Zielgruppe und ich auch immer wieder das Feedback bekommen, da ist meine Zielgruppe und ich mich da auch zeigen kann. Ich glaube, dass es wichtig ist für die Menschen, mich zu sehen und mich ein bisschen kennenzulernen, bevor sie mich buchen. Und deswegen ist der Kanal wichtig und macht auch immer mehr Spaß. Kann ich dir gar nicht so genau sagen. Ich habe nicht das eine Steckenpferd. Ich mag tatsächlich auch die Abwechslung sehr gerne.

Was begeistert dich denn am meisten in beziehungsweise an deinem Unternehmen?

C: Ja, also ich liebe die Abwechslung. Unternehmertum ist ja immer sehr abwechslungsreich und das mag ich auch gerne. Einen Tag sitze ich an einem Konzept und am nächsten Tag mache ich ein Moodboard und bin total kreativ. Dann wieder spreche ich mit Kunden, dann schreibe ich wieder Artikel, also es ist wahnsinnig abwechslungsreich und das mag ich sehr gerne. Und ansonsten liebe ich natürlich den Austausch mit meinen Kunden und vor allem, wenn dann die Kinderaugen und die Mütter- und Väteraugen leuchten, wenn das Kinderzimmer fertig ist, das ist für mich natürlich herrlich. Wenn ich das Feedback bekomme, ‘wir fühlen uns so wohl und das Kind spielt total gerne jetzt in seinem Zimmer und ich bin auch gerne da und werde immer schon rausgeworfen’, das ist für mich natürlich das aller schönste Lob. Wenn die Kunden zufrieden sind und dann auch wirklich mit strahlendem Gesicht mir berichten, dass meine Arbeit tatsächlich ihnen auch sehr geholfen hat. Das ist herrlich. Das ist für mich das größte Lob.

V: Ja, super.

C: Das motiviert mich dann natürlich auch immer wieder weiterzumachen.

V: Ja, das ist der große Gewinn an 1:1 Arbeit. Es geht mir genauso, ich finde es super, dieses unmittelbare Feedback zu haben und zu sehen, was die eigene Arbeit und der ganze Gehirnschmalz, den man da so reingeworfen hat, was der letztendlich dann an tollen Ergebnissen gebracht hat.

C: Der Prozess ist auch schön, da hinzukommen und wenn man dann merkt das war eine Punktlandung. Was schöneres gibt’s nicht.

V: Aber wir machen ja alle auch Fehler unterwegs, ist ja nicht immer alles so ein ganz gerader Weg nach oben.

Aus welchem Fehler hast du denn am meisten im Nachhinein gelernt?

C: Das finde ich ganz schwierig zu beantworten. Ich glaube, es gibt nicht den einen großen Fehler.

V: Können auch viele kleine sein.

C: Ja, es ist natürlich auch immer wo ich dann denke, da hat irgendwie die Zusammenarbeit nicht so gut funktioniert und kannst du eruieren, warum war das eigentlich so? Oder da hast du dein Geld gerade echt zum Fenster rausgeworfen, weil die Marketingaktion hättest du dir irgendwie schenken können. Das sind oft so Kleinigkeiten. Ganz grundsätzlich vielleicht, aber ich weiß nicht, ob ich das als Fehler sehen würde, das ist so ein bisschen was Grundsätzliches, nämlich das Thema, das ich wahrscheinlich zu lange, bevor ich zum Unternehmertum gekommen bin, in einem Job festgesessen habe, der mir gar keinen Spaß gemacht hat. Ich glaube, das geht vielen so, auch mit denen ich spreche. Weil ich dachte, es ist ganz convenient hier und es klappt ja mit der Familie. Aber ich war nicht zufrieden und das habe ich lange gemerkt und ja, hab den Schritt raus aber nicht gewagt. Und dann hat ja tatsächlich diese Selbstständigkeit mich gefunden, so ein bisschen und heute denke ich, hättest du vielleicht auch schon früher machen können. Und das war für mich vielleicht das größte Learning, so bisschen abseits von konkreten Dingen innerhalb des Unternehmertums, dass ich da vielleicht früher auf mein Bauchgefühl hätte hören müssen. Und das ist schade, wenn man zu lange zu unzufrieden in einer Situation ist, die nicht zu ändern. Heute ärgert mich das ein bisschen. Ne, eigentlich nicht, am Ende ist es ja ganz gut so ausgegangen. Sollte vielleicht auch so sein. Aber zwei Jahre unzufriedenes Arbeiten, hätte ich mir vielleicht auch sparen können.

V: Also mehr auf das Bauchgefühl hören, bei Entscheidungen.

C: Ja, was ich manchmal schwierig finde, aber ab und zu glaube ich ist der Bauch schon ein guter Ratgeber. Nicht immer nur der Kopf. Nicht immer einfach.

Auf welche drei Dinge könntest du denn nicht verzichten in deinem Arbeitsalltag?

C: Ich lasse jetzt auch mal Tools, die ich mit dem Computer benutze, außen vor. Mein Farbfächer, ist für mich ein totales Muss. Einfach weil ich den liebe und damit ich schauen kann, welche Farben passen zusammen. Welche Wandfarbe ist es jetzt, welche Farbe konkret, was empfehle ich den Kunden. Und mit dem arbeite ich sehr gerne, schönes offline Tool und auf den mag ich auch gar nicht verzichten. Und dann tatsächlich auch mein Notizblock, weil meine To Do Listen landen immer noch auf Papier. Auch wenn es da wunderbare Online Formate für gibt, die ich auch schon mal angefangen habe, aber ich pflege sie einfach nicht. Ich sitze da echt jede Woche wieder neu mit meinem Block und schreibe da meine Listen für die Woche und gucke dann, was ich am Tag machen will. Ich komme da nicht von weg. Wenn mein Mann mir immer schon sagt, komm probier mal das oder probier doch mal dies. Immerhin besser als meine Post-Its, die ich früher hatte und die überall geklebt haben. Zumindest steht es jetzt schonmal auf einem Block und der kann nicht verloren gehen. Und dann tatsächlich so meine Ruhephasen. Oder Phasen der Ruhe. Das Alleinsein, was im Lockdown nicht so leicht ist, aber ich merke, ich arbeite ja auch sehr viel kreativ. Und da brauche ich einen freien Kopf. Wenn zu viel drin ist im Kopf und ich nicht auch mal Ruhe habe, dann kann ich nicht kreativ sein langfristig und das heißt, auch wenn das kein haptisches Ding ist, die Ruhe und die Zeit auch mal runterzukommen für mich, ist total wichtig. Das habe ich gemerkt. Denn zu viel Input, zu viel Lautstärke tötet einfach die Kreativität bei mir.

Welchen Tipp kannst du denn anderen Unternehmern und Unternehmerinnen geben im Bezug Positionierung?

C: Was mir sehr geholfen hat, auch wenn ich weiß, dass man am liebsten direkt starten will mit seinen Ideen, ist, einen Businessplan zu schreiben. Der muss auch nicht perfekt sein, aber mir persönlich hat es total geholfen, mir Fragen zu beantworten wie, wer ist denn eigentlich meine Zielgruppe? Wie ist denn der Markt? Wie sieht der Wettbewerb aus? Wie genau möchte ich mich dazwischen positionieren? Vielleicht auch, wie genau ist mein Angebot? Was genau will ich anbieten? Wie ist das ausgestaltet? Das sind halt so Fragen, das ist anstrengend sich damit auseinanderzusetzen im Detail. Aber ich persönlich finde es immer super hilfreich, das dann aufzuschreiben, weil dann muss ich mir dazu Gedanken machen, wenn ich es zu Papier bringe. Es muss ja auch gar nicht perfekt sein, es können ja auch nur grob ausformulierte Stichpunkte sein. Aber wenn man diese Fragen für sich beantwortet hat, diese grundsätzlichen Fragen, finde ich, dann ist es viel leichter fokussiert zu starten und auch seiner Linie treu zu bleiben. Das ist meine persönliche Erfahrung. Weil ich dann einfach genau weiß, ich habe mir die Gedanken gemacht, ich habe links und rechts geguckt. Und so, dieses Setting macht Sinn für mich, jetzt zu dem aktuellen Zeitpunkt. Und ich finde, damit ist es viel klarer und leichter zu starten. Und auch da seiner Linie treu zu bleiben. Das ist so meine Erfahrung.

V: Super. Dein absoluter Tipp ist, auch die unangenehmen Fragen zu beantworten, damit man die Klarheit hat.

C: Ja, irgendwann muss man das machen. Man kommt nicht drumrum, wir hatten das Thema ja auch, als wir gesprochen haben, nochmal klarer gezogen. Nochmal die Fragen beantwortet. Die Zielgruppen noch ein bisschen stärker definiert und das hilft langfristig einfach.

V: Ja, super. Wunderbar. Vielen Dank Cordula, dass du dir die Zeit genommen hast, um die Fragen zu beantworten. Erzähl doch nochmal allen Zuhörern und Zuhörerinnen oder Zuschauerinnen wo sie dich denn finden, wenn sie jetzt ein Kinderzimmer zu gestalten haben? Du machst das ja auch online, es muss nicht nur in deinem Umkreis sein, richtig?

C: Genau, die Beratung läuft online über Telefon und E-Mail, per Fotos. Und ja, alle Infos gibt’s auf meiner Webseite unter www.gethappykids.de oder auf Instagram findet man mich unter “Happy Kids Interior”, da teile ich ein bisschen was aus meiner Arbeit und da sieht man ein bisschen von mir und besucht mich gerne. Ein Telefonat gibt es immer umsonst und unverbindlich. Und jeder, der Interesse hat, darf sich gerne melden. Das würde mich sehr freuen.

V: Super, vielen Dank. Ich verlinke das auch alles nochmal unter dem Video, so dass alle direkt draufklicken können und dich dann auch finden. Danke Cordula.

C: Vielen Dank Verena.

Cordula Maudrich

Cordula Maudrich

Cordula ist die Gründerin von happy kids interior und Expertin für die Einrichtung von Kinderzimmern. Ortsunabhängig, aber ganz persönlich unterstützt sie Eltern bei der Neu- und Umgestaltung ihrer Kinderzimmer – individuell, kindgerecht und mitwachsend.
Neben ihrer fachlichen Expertise weiß sie als zweifache Mutter auch aus eigener Erfahrung sehr gut welche besonderen Anforderungen es dabei gibt.


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